Kärntner Wirte auf Fachexkursion in Slowenien und Italien
Kärntner Reindling als Zeichen der Gastfreundschaft: Wirtshauskultur-Obfrau Kathrin Zollner (l.) und Obmann Gerfried Hopf (r.) bedanken sich bei Gastgeber Martin Jezeršek (Mitte)

© Andreas Lanner

Alpen-Adria-Genuss

Wenn aus Nach­barn Part­ner wer­den

Eine Delegation aus Kärntner Gastronomen, Produzenten und Genussbotschaftern hat im Rahmen einer zweitägige Fachexkursion durch Slowenien und das Friaul den „Geschmack der Alpen-Adria“ nicht nur gefunden, sondern auch ein völlig neues Verständnis dafür aufgebaut.

Zusammenfassung:

Einige Reisen bieten mehr als nur einen Ortswechsel. Sie geben Einblicke in die Küchen und das Essen. Unsere Reise führte uns von Kärnten durch Slowenien nach Italien und betonte die Rolle der regionalen Küche. Der erste Stopp war bei der Familie Jezeršek in Slowenien, bekannt für ihr Catering und Zusammenarbeit mit regionalen Partnern.Im Vipava-Tal in Slowenien lernten wir lokale Weinsorten kennen. Diese Weine sind nicht Teil eines Trends, sondern spiegeln die Identität der Region wider.Der erste Tag endete in Udine, Italien, mit einem Abendessen im Restaurant Al Fogolar, das für seine präzise Küche bekannt ist. Am nächsten Morgen besuchten wir eine Mühle, um zu sehen, wie wichtig gutes Handwerk für die Lebensmittelproduktion ist.Die Reise endete in Fagagna, Italien, in einem Slow-Food-Restaurant, das lokale Produkte wie San Daniele Prosciutto anbietet. Die Reise hat gezeigt, dass die Grenzen zwischen Kärnten, Slowenien und Italien in der Küche verschwimmen. Der Austausch und die Leidenschaft für gute Lebensmittel standen im Mittelpunkt.

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Man­che Rei­sen sind mehr als ein Orts­wech­sel. Sie sind ein Blick hin­ter die Kulis­sen des­sen, was wir täg­lich auf den Tel­lern haben. Genau das durf­ten wir kürz­lich erle­ben, als Kärnt­ner Wirts­haus­kul­tur auf slo­we­ni­sche Logis­tik-Prä­zi­si­on und friu­la­ni­sche Gelas­sen­heit traf. Die ers­te Sta­ti­on führ­te uns nach Sora bei Med­vo­de zur Gas­tro­fa­mi­lie Jezeršek. Wer die Fami­lie nur durch das Burg­re­stau­rant Tag­gen­brunn kennt, unter­schätzt die enor­me Schlag­kraft ihres Stamm­hau­ses. Hier grei­fen beim Cate­ring Logis­tik, regio­na­le Part­ner­schaf­ten und höchs­te Qua­li­täts­stan­dards inein­an­der wie in einem  Schwei­zer Uhr­werk.

Ein schö­ner Moment der Wert­schät­zung: Die Obfrau der Kärnt­ner Wirts­haus­kul­tur, Kath­rin Zoll­ner, und Obmann Ger­fried Hopf über­reich­ten Gast­ge­ber Mar­tin Jezeršek einen ori­gi­na­len Kärnt­ner Reind­ling. Ein Stück Hei­mat als Dan­ke­schön für den Blick über den Tel­ler­rand.

Vipa­va: Wo der Wein Cha­rak­ter zeigt

Wei­ter süd­lich im Vipa­va-Tal wur­de es merk­lich ruhi­ger, aber geschmack­lich umso inten­si­ver. In der Vino­thek Daro­vi Vipavs­ke ging es weg von der Mas­se, hin zur Iden­ti­tät. Auto­chtho­ne Reb­sor­ten und ehr­li­che Pro­duk­te stan­den im Fokus. Man spürt: Hier wird kei­nem Trend hin­ter­her­ge­lau­fen, hier wird die eige­ne Geschich­te in Fla­schen gefüllt.

Genuss­mo­men­te im Vipa­va-Tal: In der Vino­thek Daro­vi Vipavs­ke tauch­te die Grup­pe in die Welt auto­chtho­ner Reb­sor­ten ein und ent­deck­te Wei­ne mit ech­tem regio­na­lem Cha­rak­ter.

© Lan­ner

Fri­aul: Kuli­na­rik mit kla­rer Hal­tung

Der ers­te Tag klang im tra­di­ti­ons­rei­chen Hotel Là di Moret in Udi­ne genuss­voll aus. Im Restau­rant „Al Fogo­lar“ ser­vier­te man uns ein Degus­ta­ti­ons­me­nü, das die friu­la­ni­sche Küche ohne viel Schnick­schnack, aber mit maxi­ma­ler Prä­zi­si­on auf den Punkt brach­te. Die beglei­ten­den Wei­ne der Regi­on zeig­ten ein­mal mehr, war­um der Alpen-Adria-Raum kuli­na­risch eine der span­nends­ten Ecken Euro­pas ist.

Am nächs­ten Mor­gen wur­de es boden­stän­dig. In der Anti­co Moli­no F.lli Per­sel­lo dreh­te sich alles um Mehl und Polen­ta. Es war eine Erin­ne­rung dar­an, dass wah­rer Genuss nicht erst in der Pfan­ne des Hau­ben­kochs beginnt, son­dern bereits in der Müh­le. Ohne kom­pro­miss­lo­ses Hand­werk am Ursprung hilft auch die bes­te Tech­nik in der Küche nichts.

Regio­na­le Köst­lich­kei­ten und Slow-Food-Spe­zia­li­tä­ten luden bei der Fach­ex­kur­si­on zum Pro­bie­ren und Fach­sim­peln ein.

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Slow Food als geleb­tes Prin­zip

Das Fina­le der Rei­se fand in Faga­gna im Ris­tor­an­te Al Cas­tel­lo statt. Als zer­ti­fi­zier­ter Slow-Food-Betrieb zele­brier­te das Team dort genau das, was wir auf die­ser Rei­se such­ten: Zeit und Respekt. Ob San Danie­le Pro­sci­ut­to oder fri­sche Ricot­ta – jedes Pro­dukt erzähl­te von sei­ner Her­kunft.

Was neben den kuli­na­ri­schen Ein­drü­cken bleibt, ist die Dyna­mik inner­halb der Grup­pe. Es wur­de dis­ku­tiert, ver­netzt und viel­leicht auch das eine oder ande­re neue Pro­jekt ange­sto­ßen. Mit dabei waren unter ande­rem Gun­tram Jil­ka (Fach­grup­pen­ge­schäfts­füh­rer), Chris­ti­an Tam­meg­ger (Slow Food Pro­jekt­lei­ter), Georg Lexer (Prä­si­dent des Kärnt­ner Wein­bau­ver­ban­des) sowie Fran­ce­s­ca Ros­set­to (Tou­ris­mus­ver­band Kla­gen­furt).

Auch die Rie­ge der Kärnt­ner Wir­te war stark ver­tre­ten, dar­un­ter Her­wig Zoll­ner (Hotel Restau­rant Zoll­ner), Rudolf Fruh­mann (Gast­haus Fruh­mann), Patrick Schwab und Marei­ke Schwab-Inz­ko (Die Haus­wirt­schaft), San­dra Joa­i­nig-Essen­ther (See­hof Fei­dig), Johann „Ogi“ Ogris sowie Edel­bren­ner Valen­tin Lat­schen (Pfau Brand).

Unser Fazit: Die­se zwei Tage haben gezeigt, dass die Gren­ze zwi­schen Kärn­ten, Slo­we­ni­en und Ita­li­en kuli­na­risch längst auf­ge­ho­ben ist. Was zählt, ist die gemein­sa­me Lei­den­schaft für das ech­te Pro­dukt.

Fran­ce­s­ca Ros­set­to im Aus­tausch mit Alber­to Toniz­zo. Sein mit einem Miche­lin-Stern aus­ge­zeich­ne­tes Hand­werk mar­kier­te den krö­nen­den Abschluss einer Rei­se durch den gren­zen­lo­sen Alpen-Adria-Raum.

© Lan­ner

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