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Interview:
„Ich möchte kulturelle Bewegung in die Region bringen“
Zusammenfassung:
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MEINE FREIZEIT: Lieber Bernd, seit 2021 leitest du das Klagenfurt Festival in der Landeshauptstadt, das aus der Kärntner Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken ist. Worum geht es dir als Intendant bei der Programmauswahl?
Bernd Liepold-Mosser: Ich möchte spannende Projekte und frischen Wind in die Kulturlandschaft bringen. Der Grundzug ist auf jeden Fall zeitgenössisch, offen, popkulturell. Viele der eingeladenen Acts sind so in Kärnten noch nicht aufgetreten. Gleichzeitig geht es mir auch darum, das Spektrum gut abzubilden, das ja von Konzerten über Lesungen bis zu Talk-Formaten reicht. Gleichzeitig müssen wir uns natürlich nach Terminkalender und Verfügbarkeiten richten. Im Burghof haben wir bei Stehkonzerten eine Kapazität von 700 Plätzen, das sollte dann auch gefüllt werden.
MFZ: Worauf darf sich das Publikum heuer freuen?
BLM: Mehrere besonders spannende Acts wie Kruder & Dorfmeister, Rebekka Bakken oder das Duo Armin Wolf und Peter Filzmaier sind bereits ausverkauft, ebenso das Konzert mit Naked Lunch, was mich besonders freut, da mich mit dieser Band eine sehr lange künstlerische Zusammenarbeit verbindet.
MFZ: Gibt es heuer neue Formate oder Acts, bei denen du dich besonders freust, dass es geklappt hat?
BLM: Wir haben schon einige Sachen im Programm, wo es eine kleine Sensation ist, dass sie in Klagenfurt stattfinden: die Band Mia zum Beispiel, die Karl-Kraus-Lesung mit Musik von Nicholas Ofczarek, Georg Nigl mit dem scheidenden Salzburger Festspiel-Intendanten Markus Hinterhäuser am Klavier, oder der absolute Opernstar Asmik Grigorian, die auf den größten Opernbühnen der Welt gefragt ist und dort Titelrollen singt. Hier sollte man sich aber beeilen, weil es gibt nur mehr wenige Restkarten.
MFZ: Seit 2025 gibt es mit dem Rosental/Rož Festival im Herbst eine ähnliche Veranstaltung an verschiedenen Schauplätzen im Rosental. Was ist da die Idee dahinter?
BLM: Die Idee war, an verschiedenen interessanten Spielorten das Rosental/Rož zur Bühne für Kultur zu machen und damit etwas kulturelle Belebung und Bewegung in die Region zu bringen. Wir haben 2025 sehr erfolgreich gestartet, 2026 werden wir zwei Wochen Anfang November bespielen, um ein wenig kulturelles Licht in die herbstliche Düsternis zu bringen.
MFZ: Ursprünglich kommst du ja aus dem Theater und der Literatur. Hat sich deine Arbeit in den letzten Jahren verändert, oder führst du nach wie vor Regie?
BLM: Die Leitung der Festivals nimmt natürlich doch einen beträchtlichen Anteil meiner Zeit in Anspruch, aber ich arbeite nach wie vor am Theater. Zuletzt habe ich in Wien mein Projekt „Eskalationsmaschinen. Eine Sprachoper“ inszeniert, davor in Linz Horvaths Stück „Kasimir und Karoline“. Auch für 2027 bereite ich gerade wieder Projekte vor, darunter das im biennalen Rhythmus stattfindende Musiktheater am Villacher Rathausplatz und die Saison-Eröffnung am Linzer Phönix-Theater.
MFZ: Du legst in deiner Arbeit mitunter einen kritischen Blick auf Kärnten. Ist das heute noch angebracht?
BLM: Ich denke, dass sich die spezifische Kärntner Thematik in den letzten zehn Jahren zu einem großen Teil in einem wertschätzenden Miteinander gelöst hat. Gleichzeitig sehen wir europa- und weltweit ein Erstarken von reaktionären, autoritären und teilweise faschistischen Politikmodellen, wovon auch unser schönes Bundesland nicht verschont bleibt.
MFZ: Wenn du gerade nicht ein Festival leitest oder Regie führst, womit füllst du deine Freizeit ganz persönlich am liebsten?
BLM: Je älter ich werde, umso wichtiger finde ich die sogenannte Alltagsqualität, die ich in unserem Haus und Garten in Klagenfurt und bei regelmäßigen Spaziergängen erlebe. Gleichzeitig bin ich auch wahnsinnig gerne und regelmäßig in Wien, wo ich studiert habe und wo unsere drei inzwischen erwachsenen Töchter leben. Und ich bin auch sehr gerne mit meiner Frau auf Reisen.
Klagenfurt Festival
Weitere InfosRosental/Rož Festival
Weitere InfosFlying Opera
Weitere Infos- Erstellt: 15.05.2026 10:00
- Update: 14.05.2026 12:07
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