Sicherheit durch Verständnis: Kärntner Polizeibeamte erhielten nach absolvierter Schulung ihre Zertifikate für den geschulten Umgang mit Menschen mit Demenz.
Sicherheit durch Verständnis: Kärntner Polizeibeamte erhielten nach absolvierter Schulung ihre Zertifikate für den geschulten Umgang mit Menschen mit Demenz.

© LPD Kärnten/Jannach

Schulungsinitiative

Wenn die Poli­zei auf Demenz trifft — Dees­ka­la­ti­on und Empa­thie

In Kärnten leben rund 10.000 Menschen mit einer demenziellen Erkrankung. Wenn Betroffene die Orientierung verlieren, aus Pflegeheimen abgängig sind oder in Überforderungssituationen ungewöhnlich reagieren, wird häufig die Polizei gerufen. Um Einsatzkräfte optimal auf solche Ausnahmesituationen vorzubereiten, startet das Land Kärnten gemeinsam mit der Landespolizeidirektion nach einer erfolgreichen Pilotphase den flächendeckenden Roll-out einer neuartigen Demenzkompetenz-Schulung. Das Projekt wurde im Vorfeld des Welt-Alzheimertags von Pflege-Landesrätin Beate Prettner, der Medizinerin Dr. Jasmin Madrutter und Oberst Wolfgang Gabrutsch vorgestellt.

Zusammenfassung:

In Kärnten gibt es ein neues Schulungsprojekt für Polizisten, das sie im Umgang mit Menschen mit Demenz unterstützen soll. Man hat festgestellt, dass verwirrte Personen oft nicht aus böser Absicht handeln, sondern aus Angst oder Überforderung. Die Schulung besteht aus einem Online-Kurs und praktischen Übungen in Pflegeheimen. Die Polizisten lernen, die Anzeichen von Demenz frühzeitig zu erkennen und vertrauensvoll mit betroffenen Menschen zu kommunizieren. Nach einer erfolgreichen Testphase in Villach und Velden wird das Projekt in den nächsten zwei Jahren auf neun weitere Polizeistationen ausgeweitet. Ziel ist, das Verhalten von Menschen besser zu verstehen und im Ernstfall deeskalierend handeln zu können. Dieses Schulungsprojekt ist ein Teil der Kärntner Demenzstrategie, die auch Schulungen für Betriebe und weitere Aktionen beinhaltet.

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„Ein ver­wirr­ter Mensch, der sich gegen eine Maß­nah­me wehrt, han­delt nicht aus böser Absicht oder Wider­stand, son­dern aus Angst oder Über­for­de­rung. Ein demenz­kom­pe­ten­tes Umfeld sorgt dafür, dass Ein­satz­kräf­te in schwie­ri­gen Situa­tio­nen rich­tig und dees­ka­lie­rend reagie­ren“, betont LRin Bea­te Prett­ner. Das Kärnt­ner Schu­lungs­kon­zept geht weit über rei­ne Theo­rie hin­aus und kom­bi­niert ein Online-E-Lear­ning des Innen­mi­nis­te­ri­ums mit Prä­senz­ein­hei­ten auf den Dienst­stel­len sowie prak­ti­schen Hos­pi­ta­tio­nen in Pfle­ge­hei­men. Dr. Jas­min Mad­rut­ter, die das Cur­ri­cu­lum mit­ent­wi­ckelt hat, unter­streicht: „Poli­zis­ten ler­nen, typi­sche Sym­pto­me früh­zei­tig zu erken­nen und durch Ruhe und acht­sa­me Kom­mu­ni­ka­ti­on Ver­trau­en auf­zu­bau­en.“

Nach erfolg­rei­cher Pilot­pha­se in Vil­lach und Vel­den folgt der Bezirks-Roll-out

Nach der erfolg­rei­chen Test­pha­se an den Poli­zei­stand­or­ten Vil­lach und Vel­den wer­den in den kom­men­den zwei Jah­ren neun wei­te­re Dienst­stel­len – eine pro Bezirk – mit rund 160 Beam­ten geschult. Oberst Wolf­gang Gabrutsch von der Lan­des­po­li­zei­di­rek­ti­on betont den Mehr­wert für den Poli­zei­all­tag: „Unser Gefah­ren­ra­dar wird geschärft. Wir bekom­men funk­tio­nie­ren­de Werk­zeu­ge an die Hand, um rasch zu erken­nen, ob hin­ter auf­fäl­li­gem Ver­hal­ten eine Erkran­kung steckt.“ Das Pro­jekt ist Teil der Kärnt­ner Demenz­stra­te­gie, die unter ande­rem zwölf zer­ti­fi­zier­te „Demenz.Aktivgemeinden“, Schu­lun­gen für Betrie­be sowie Bene­fiz-Aktio­nen wie den „Run4Memory“ umfasst, um das Land Schritt für Schritt demenz­kom­pe­ten­ter zu gestal­ten.

Demenz­stra­te­gie Kärn­ten
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