Ein Fest für Ingeborg Bachmann: Zum 100. Geburtstag der Klagenfurter Dichterikone blickt die gesamte deutschsprachige Kulturwelt auf den Garten des ORF-Landesstudios.
Ein Fest für Ingeborg Bachmann: Zum 100. Geburtstag der Klagenfurter Dichterikone blickt die gesamte deutschsprachige Kulturwelt auf den Garten des ORF-Landesstudios.

© LPD Kärnten/Kuess

Literarisches Rekord-Jubiläum

Der 50. Bach­mann­preis star­tet am 100. Geburts­tag der Dich­te­rin

Was für ein historischer Gleichklang im Zeichen des Wortes: Genau am 100. Geburtstag der Klagenfurter Jahrhundert-Literatin Ingeborg Bachmann wurde im idyllischen Garten des ORF-Landesstudios die 50. Auflage der „Tage der deutschsprachigen Literatur“ feierlich eröffnet. 14 ausgewählte Autoren aus Österreich, Deutschland und der Schweiz rittern in den kommenden Tagen wieder um die begehrten Trophäen. Landeshauptmann Daniel Fellner und Kulturreferentin Gaby Schaunig unterstrichen beim Festakt die enorme internationale Strahlkraft des Preises für das Kulturland Kärnten, das heuer zeitgleich das einjährige Bestehen des Ingeborg-Bachmann-Hauses feiert.

Zusammenfassung:

Die Scheinwerfer Europas leuchten momentan nach Kärnten. Landeshauptmann Daniel Fellner ist begeistert wegen des großen Medieninteresses. In seiner Begrüßungsrede erwähnte er ein bekanntes Zitat von Bachmann und betonte, wie wichtig es ist, dass Menschen enger zusammenrücken und das literarische Erbe von Bachmann aktiv weiterentwickeln. Ein Beispiel dafür ist ein neuer Literaturkurs in Kärnten zur Förderung junger Talente, der sehr erfolgreich ist. Klaus Kastberger, der Juryvorsitzende, nannte dies ein Klagenfurter Wunder. Der Hauptpreis wurde zum 50-jährigen Jubiläum von 25.000 auf 30.000 Euro erhöht.Beim Jubiläumsauftakt im ORF-Garten gab es viele wichtige Gäste. Die Preisträgerin von 2020, Helga Schubert, hielt eine emotionale Rede und erinnerte daran, dass sie vor 46 Jahren schon einmal eingeladen war, aber wegen der DDR nicht kommen durfte. ORF-Landesdirektorin Karin Bernhard sprach von einem Vogel des Vertrauens, der über den Jubiläumstagen kreisen solle. Rund um das Ingeborg Bachmann Haus gab es ein buntes Kulturprogramm. Es nahmen auch viele bekannte Personen teil, darunter Bischof Josef Marketz und Bürgermeister Christian Scheider.

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„Die Schein­wer­fer Euro­pas leuch­ten in die­sen Tagen direkt zu uns nach Kärn­ten“, zeig­te sich Lan­des­haupt­mann Dani­el Fell­ner ange­sichts des enor­men Medi­en­in­ter­es­ses begeis­tert. In sei­ner Begrü­ßungs­re­de griff er Bach­manns berühm­tes Zitat „Die Wahr­heit ist dem Men­schen zumut­bar“ auf und mahn­te, dass es in der heu­ti­gen Gesell­schaft zwar schein­bar immer mehr indi­vi­du­el­le Wahr­hei­ten, dafür aber oft zu wenig ech­ten Mut zum Zusam­men­rü­cken gebe. Umso wich­ti­ger sei es, das lite­ra­ri­sche Erbe Bach­manns nicht nur hoch­zu­hal­ten, son­dern aktiv wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Ein leben­di­ges Bei­spiel dafür ist der vom Land Kärn­ten und der Alpen-Adria-Uni­ver­si­tät Kla­gen­furt neu auf­ge­stell­te Lite­ra­tur­kurs zur För­de­rung jun­ger Schreib­ta­len­te, des­sen erfolg­rei­ches Come­back vom Jury­vor­sit­zen­den Klaus Kast­ber­ger sicht­lich erfreut als „Kla­gen­fur­ter Wun­der“ beti­telt wur­de. Kast­ber­ger ver­kün­de­te zudem ein ech­tes High­light für die Autoren: Der Haupt­preis wur­de pünkt­lich zum Jubi­lä­um von 25.000 auf 30.000 Euro ange­ho­ben.

Hoch­ka­rä­ti­ge Gäs­te­lis­te beim fei­er­li­chen Jubi­lä­ums-Auf­takt im ORF-Gar­ten

Für einen emo­tio­na­len Höhe­punkt sorg­te die Bach­mann­preis­trä­ge­rin des Jah­res 2020, Hel­ga Schu­bert, mit ihrer tra­di­tio­nel­len „Rede zur Lite­ra­tur“. Schu­bert erin­ner­te ein­dring­lich an die Absur­di­tät der Geschich­te: Vor 46 Jah­ren war sie schon ein­mal zum Preis ein­ge­la­den wor­den, damals ver­bot ihr das DDR-Regime jedoch kur­zer­hand die Aus­rei­se. ORF-Lan­des­di­rek­to­rin Karin Bern­hard beschwor in Anleh­nung an ein Gedicht des ukrai­ni­schen Autors Ser­hij Zha­dan einen „Vogel des Ver­trau­ens“, der über den Jubi­lä­ums­ta­gen krei­sen möge. Rund um das Inge­borg Bach­mann Haus in der Hen­sel­stra­ße 26 – einer Außen­stel­le des kärnten.museums, die exakt ihr ein­jäh­ri­ges Bestehen fei­ert – war­tet ein bun­tes Kul­tur­pro­gramm. Dem fei­er­li­chen Auf­takt wohn­ten neben Bischof Josef Mar­ketz, Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Schei­der und Kul­tur­stadt­rat Franz Petritz auch Bach­manns Bru­der Heinz Bach­mann sowie Ulri­ke und Gre­gor Fink, die Fami­lie des legen­dä­ren Preis-Initia­tors Hum­bert Fink, bei.

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