© Martina Orsini
Segel-Legende
Furio Benussi im Interview
Zusammenfassung:
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Aufgewachsen an der Adria zeigte Furio Benussi schon in jungen Jahren eine seltene Mischung aus technischer Präzision, Mut und einer fast intuitiven Lesart der Elemente: Wind, Strömung, Wellenbild. Dieses feine Gespür legte den Grundstein für eine außergewöhnliche Karriere. Sein Weg führte ihn durch nationale Meisterschaften, internationale Ranglisten und schließlich zu Spitzenplätzen in größten Regatten der Welt. Benussi gilt als Stratege mit unglaublichem Timing, technischer Raffinesse und ruhiger Führungsqualität, die auch in Drucksituationen Klarheit bewahrt. Gleichzeitig ist er Teamplayer und Visionär, der mit seinem Projekt „Fast and Furio Young“ die nächste Generation fördern will.
Der legendäre italienische Geschäftsmann und Segler Gianni Agnelli sagte einmal: „Ich mag den Wind, weil man ihn nicht kaufen kann.“ Was haltest du von seiner Aussage?
Benussi: “Es gibt Dinge, die man nicht kaufen kann, wie die Unsterblichkeit. Und doch glaube ich, dass er sie irgendwie erreicht hat. Die Unsterblichkeit, die er sich verdient hat, hat aber einen hohen Preis. Für mich sind der Wind und das Meer Kräfte, denen man zuallererst mit Respekt begegnen muss. Dann muss man lernen, mit ihnen umzugehen. Sie können ebenso hypnotisierend wie gnadenlos sein. Unterschätzen Sie sie niemals! Sie sind ein wichtiger Teil meines Lebens. Ohne sie würde ich mich ein bisschen weniger lebendig fühlen.”
Was hat dich persönlich dazu bewogen, dich schon in jungen Jahren intensiv mit dem Segeln zu beschäftigen?
“Ich segle, genau wie mein Bruder, seit ich ein Kind war. Unser Vater hat uns von klein auf auf im Segelboot mitgenommen. Der Golf von Triest war für uns zuerst ein Spielplatz, dann ein Sportplatz, und heute ist er unser Beruf geworden. Ich habe den Segelsport immer mit großer Leidenschaft und starkem Wettbewerbsgeist betrieben. Jetzt wollen wir diese Leidenschaft an die neuen Generationen weitergeben — und das ist der Grund für das Projekt „Fast and Furio Young“.
Haben die Menschen aus Triest eine besondere genetische Verbindung zum Meer?
“Ja, der Golf von Triest ist ein wahrer Nährboden für Talente in allen Wassersportarten. Aber er ist auch ein Ort, an dem man ein Picknick auf einem Boot macht, angelt, schwimmt oder einfach nur die Sonne an der Strandpromenade genießt. Ohne das Meer würden sich die Triester unvollständig fühlen — es ist ein Teil dessen, was wir sind.”
Deine Yacht ARCA SGR ist nicht nur eine der schnellsten, sondern auch eine der schönsten Segelyachten der Welt. Wie viel Arbeit steckt darin, dieses Niveau zu erreichen?
“Die ARCA SGR entstand aus einer gemeinsamen Vision mit einem Sponsor, der wirklich an das Projekt glaubte. Im Jahr 2018 war das Boot kaum mehr als ein Wrack — fünf Jahre lang lag es verlassen in einer Werft auf der Insel Menorca, nachdem es vor Formentera gesunken war.
Hinter diesem Projekt stecken Zehntausende von Arbeitsstunden unseres Teams — nicht nur, um das Boot wieder auf ein Top-Leistungsniveau zu bringen, sondern auch, um zu verstehen, wie man das nachhaltig tun kann, indem man Budgets nutzt, die durch Sponsoring-Einnahmen aufgebaut wurden. Heute ist die ARCA SGR das einzige Boot der Welt, das eine zertifizierte EPD (Environmental Product Declaration) erhalten hat.”
Ist es in Zeiten wie der aktuellen schwierig, Sponsoren zu finden?
“Sponsoren zu finden, ist immer eine Herausforderung — heute mehr denn je. Aber wenn man ein hochkarätiges Sportprojekt mit starker sozialer Wirkung und einem Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit vorstellt, wird der Markt aufmerksamer und aufnahmefähiger. Unternehmen suchen heute nach gemeinsamen Werten, nicht nur nach Sichtbarkeit.”
Unter welchen Bedingungen fällt es dir persönlich am leichtesten, beim Segeln in einen mentalen „Flow“-Zustand zu kommen?
“Wenn ich in meiner Freizeit mit meiner Familie oder meinen guten Freunden segeln gehe, ist das ein besonderer Moment. Es gibt keine Wettkämpfe, keine Konkurrenz — nur das Meer, den Wind und die Freude, sie mit den Menschen zu teilen, die ich liebe. Dort finde ich mein Gleichgewicht, und dort verstehe ich wirklich, warum ich dieses Leben gewählt habe.”
Was war dein persönlicher Lieblingsmoment auf der letztjährigen „Barcolana“?
“Der Start und das Ziel sind die aufregendsten Momente. Der Start, weil man sich unter den gleichen Bedingungen wie Tausende von anderen Booten befindet — alle zusammen, zur gleichen Zeit, angetrieben vom gleichen Wind und der gleichen Aufregung.
Der Zieleinlauf, weil man als Triestiner — und erst recht als Sieger — vor Zehntausenden von Zuschauern dem Innenstadt-Ufer entlang segelt und eine Gänsehaut bekommt. Während des Rennens sind wir zu sehr darauf konzentriert, das Boot schnell zu machen, um zu bemerken, was um uns herum passiert. Erst hinterher, wenn es vorbei ist, schaue ich mir die Aufnahmen immer wieder an. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, es noch einmal zu erleben. Die „Barcolana“ ist ein einzigartiges Spektakel. Ich vergleiche sie immer wieder mit dem New-York-Marathon oder dem Formel-1-GP von Monza.”
- Erstellt: 18.08.2025 18:03
- Update: 19.08.2025 09:16
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