Gipfelkreuz des Großglockners
Das Glocknerkreuz ist nun offiziell das höchste Denkmal Österreichs.

© Bundesdenkmalamt/Gerd Pichler

Denkmal am Dach Österreichs 

Glocknerkreuz steht unter Denkmalschutz 

Das 1880 errichtete Gipfelkreuz am Großglockner steht nun offiziell unter Denkmalschutz. In 3.798 Metern Seehöhe ist es damit das höchstgelegene Denkmal Österreichs. Trotz mehr als 140 Jahren in extremer Umgebung ist das Kreuz heute noch in hervorragendem Zustand. 

Das Bundesdenkmalamt (BDA) stellt das Gipfelkreuz des Großglockners und damit das erste und höchst gelegene Gipfelkreuz Österreichs unter Schutz. Damit ist das Kreuz in 3.798 Metern Seehöhe das einzige unter Denkmalschutz stehende Gipfelkreuz Österreichs. Den Ausschlag für den Schutz durch das Bundesdenkmalamt gab eine Befahrung der Großglockner Hochalpenstraße durch den BDA-Leiter für Spezialmaterien Gerd Pichler im Jahr 2018. Dabei wurde die Idee einer Überprüfung der Denkmalwürdigkeit vertieft, weil dessen Entwurf dem berühmten Ringstraßen-Architekt Freiherr Friedrich von Schmidt zugeschrieben wurde, der unter anderem der Architekt des Wiener Rathauses und als Dombaumeister für die Sanierung der Turmspitze des Stephansdoms verantwortlich war.  

Raffinierte Montage  

Die Geschichte eines Kreuzes auf dem Großglockner beginnt jedoch bereits im Jahr 1800 mit der Erstbesteigung des Gipfels. Noch am selben Nachmittag wurde ein einfaches Holzkreuz errichtet, tags darauf montierten vier Zimmerleute das erste, kunstvoll gefertigte Holzkreuz, das ob der starken Witterung allerdings bereits nach einigen Jahren verfallen war. Anlässlich des 25-jährigen Hochzeitstages von Kaiser Franz Josef und Elisabeth im Jahr 1879 sorgte der Österreichische Alpenklub für eine Erneuerung des Kreuzes, das im Jahr darauf montiert wurde. Im Rahmen der Prüfung des BDA erkannte man, dass allerdings nicht die Pläne von Dombaumeister Friedrich von Schmidt umgesetzt wurden, denn seine Entwürfe waren mit den damaligen Mitteln in der hochalpinen Umgebung nicht durchführbar. Vielmehr dachte sich ein Mitglied des Alpenklubs, Hermann Behrendt, eine besondere Konstruktion für das „Kaiserkreuz“ aus, die aus 60 eisernen Einzelteilen bestand von denen keines mehr als 16 Kilo wog. So konnte das rund 300kg schwere Kreuz mit raffinierten Schraub- und Steckverbindungen am Gipfel zusammengebaut werden. Ausgeführt wurde das Kreuz von der „Hüttenberger Eisengewerks-Gesellschaft“, und zwar kostenfrei.

Gipfelkreuz des Großglockners
Das Kreuz im Jahre 1906

© AKON/Österreichische Nationalbibliothek

Tadelloser Zustand 

Zum 200-jährigen Jubiläum der Erstbesteigung wurde das Kreuz im Jahr 2000 mit einem Hubschrauber ins Tal geflogen und umfangreich restauriert. Während dieser Zeit war ein Ersatzkreuz angebracht. Im August 2010 beschädigte ein Blitzschlag das direkt am Felsen montierte Kreuz, so dass es abzustürzen drohte und in einer aufwändigen Aktion neu fixiert werden musste. Dennoch ist das Glocknerkreuz auch nach über 140 Jahren unter extremen Witterungsbedingungen heute in einem hervorragenden Zustand. Das ist vermutlich auch auf die geringe Sauerstoffkonzentration in der Luft zurückzuführen, die eine Oxydation, also Rostbildung, in derart großer Höhe deutlich verlangsamt.

Großglockner Hochalpenstraße

Österreichischer Alpenklub 
Weitere Infos: 
www.alpenklub.info 

Bundesdenkmalamt 
Weitere Infos: 
www.bda.gv.at 

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