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Nika Basic:
„Kärntens Gründerinnen sind unser Wirtschaftsmotor von morgen“
Kärnten hat die Nase vorn: Laut des aktuellen Global Entrepreneurship Monitor (GEM) 2024/2025, weist das südlichste Bundesland die höchste Quote bei Jungunternehmern in ganz Österreich auf. Zuwachs gab es auch in der Vorgründungsphase, wo 7,2 Prozent der Befragten laut Studie bereits konkret an einer Unternehmensgründung arbeiten. Auch in der Gesamtbewertung der unternehmerischen Aktivität erreicht Kärnten mit 17,8 Prozent den bundesweiten Spitzenwert. Dabei ist die Kluft zwischen männlichen und weiblichen Gründungen so gering wie in kaum einem anderen europäischen Land. „Fast jede zweite Gründung in Österreich wird heute von einer Frau gestartet – das ist ein historischer Höchststand. Und Kärnten ist hier ganz vorne mit dabei“, betont Nika Basic, WK-Vizepräsidentin und Landesvorsitzende der Jungen Wirtschaft Kärnten.
Gründen mit Haltung – Nachhaltigkeit und Verantwortung zählen
Kärntens Gründerinnen zeigen, dass Mut, Innovationskraft und Eigenverantwortung längst keine Männerdomänen mehr sind – und sie prägen damit den Wirtschaftsstandort Kärnten aktiv mit. Laut GEM-Studie punkten Kärntens Jungunternehmerinnen auch mit einem klaren Wertekompass: Zwei Drittel beziehen Nachhaltigkeit und soziale Aspekte in ihre Geschäftsentscheidungen ein. „Unsere Gründerinnen wollen nicht nur wirtschaftlich erfolgreich sein, sondern gesellschaftlich etwas bewegen. Diese Haltung braucht Bühne und politische Rückendeckung“, so Basic. Trotzdem zeigen die Studienergebnisse, die der Politik wichtige Hinweise zur Entwicklung des Unternehmertums liefern, auch: Die Angst vor dem Scheitern und strukturelle Barrieren bremsen viele potenzielle Gründerinnen aus, insbesondere junge Frauen mit Betreuungspflichten oder unsicherer Einkommenslage. Bessere Kinderbetreuung, digitale One-Stop-Gründungen, flexible Förderinstrumente und mehr Risikokapital speziell für Gründerinnen könnten dem entgegenwirken.
Technologie braucht Frauen
Während Kärnten stark im Handwerk, Gewerbe und Tourismus ist, fehlen technologie- und wissensintensive Gründungen. Besonders Frauen sind hier unterrepräsentiert. „Wir müssen jungen Unternehmerinnen in Tech- und Innovationsfeldern aktiv Türen öffnen“, so Basic. Erreicht werden könne dies durch Spin-off-Förderungen, Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und gezielte Innovationsfinanzierung. Was es jetzt brauche sei eine klare Wirtschaftspolitik mit Gründerinnenfokus: weniger Hürden, mehr Kapital, gezielte Förderung und vor allem Sichtbarkeit. Denn wer sieht, dass es andere geschafft haben, traut sich selbst auch zu gründen.
Junge Wirtschaft Kärnten
Weitere Infos- Erstellt: 18.08.2025 08:00
- Update: 14.08.2025 08:50
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