Junger Ingenieur mit Tablet
Weichenstellungen für die dringend notwendige Energiewende.

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1. Kärntner Energiegipfel:

„Raus aus Gas und Öl“

Bereits 58,8 Prozent der Energieträger im Endverbrauch bezieht Kärnten aus erneuerbaren Energien. Unternehmer, Energieexperten und Landespolitik einigen sich auf konkrete Maßnahmen zum weiteren Umstieg.

Nach einem zwei­stün­di­gen Mei­nungs­aus­tausch von maß­geb­li­chen Unter­neh­mern und Ener­gie­ex­per­ten mit den Lan­des­rä­ten Sara Schaar (Umwelt und Ener­gie, SPÖ) und Sebas­ti­an Schu­sch­nig (Wirt­schaft und Tou­ris­mus, ÖVP) sowie der Abge­ord­ne­ten zum Natio­nal­rat Olga Vog­lau­er (Grü­ne) und dem Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Hart­mut Prasch (Team Köfer Kärn­ten) ste­hen ers­te Maß­nah­men fest, die die Kärnt­ner Ener­gie­wen­de raus aus Gas und Öl und hin zu erneu­er­ba­ren Ener­gie­trä­gern in Schwung brin­gen sol­len. „Wir wol­len nicht reden, son­dern umset­zen und dabei tech­no­lo­gie­of­fen blei­ben. Wir wol­len dabei auch nicht den Umwelt­schutz aus­spie­len, son­dern not­wen­di­ge Ent­schei­dun­gen zulas­sen, damit wir unse­re Zie­le bei der Ener­gie­wen­de — selbst gesteck­te und gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne — errei­chen kön­nen“, beton­te WK-Prä­si­dent Jür­gen Man­dl im anschlie­ßen­den Pres­se­ge­spräch.

Raus aus Gas und Öl
Wirt­schafts­po­li­tik-Lei­ter Her­wig Drax­ler, WK-Prä­si­dent Jür­gen Man­dl, Lan­des­rä­tin Sara Schaar und Lan­des­rat Sebas­ti­an Schu­sch­nig

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Taskforce als Bera­tungs­stel­le

Wie Lan­des­rä­tin Schaar berich­te­te, wur­de ja bereits bei der Regie­rungs­sit­zung mit den Sozi­al­part­nern ver­ein­bart, eine Taskforce ein­zu­rich­ten, in der die zustän­di­gen Fach­ab­tei­lun­gen des Lan­des Kärn­ten zu ein­zel­nen Pro­jekt-Vor­prü­fun­gen als bera­ten­des Ser­vice zur Ver­fü­gung ste­hen wer­den. Es habe schon bis­her die Mög­lich­keit einer Vor­ab­über­prü­fung der Geneh­mi­gungs­mög­lich­keit von Pro­jek­ten durch die Abtei­lung 8 (Lan­des-Umwelt­ab­tei­lung) gege­ben, die­se sei aller­dings zu wenig genutzt wor­den.

Sebas­ti­an Schu­sch­nig

Lan­des­rat

„Wir müs­sen noch mehr Inno­va­ti­on zulas­sen und mit den bestehen­den Ansät­zen in die Brei­te kom­men!“

Ener­gie­mix wei­ter for­cie­ren

Obwohl Kärn­ten mit 58,8 Pro­zent schon heu­te den höchs­ten Anteil an erneu­er­ba­ren Ener­gie­trä­gern am End­ver­brauch in Öster­reich auf­wei­se, bekann­te sich Schaar dazu, den Ener­gie­mix wei­ter zu for­cie­ren und „die Maß­nah­men sinn­voll, nach­hal­tig und auch netz­dien­lich zu koor­di­nie­ren“. Dazu zählt auch die Infor­ma­ti­on beim Gip­fel­tref­fen, wonach auf gewid­me­ten Indus­trie- und Gewer­be­flä­chen bei Eigen­be­darf Pho­to­vol­ta­ik- und Solar­ther­mie­an­la­gen errich­tet wer­den kön­nen. Man­dl: „Eine wich­ti­ge Klar­stel­lung, damit unse­re Unter­neh­men ins Tun kom­men kön­nen.“ Bei allen Über­le­gun­gen zum Kärnt­ner Ener­gie­mix dür­fe man aller­dings nicht den dazu unbe­dingt nöti­gen Aus­bau der Netz­in­fra­struk­tur über­se­hen, mahn­te Man­dl: „Wir erin­nern uns alle noch, wie das bei der Netz­ab­stüt­zung Vil­lach gelau­fen ist.“

Inno­va­tio­nen zulas­sen

Auch Wirt­schafts- und Tou­ris­mus­lan­des­rat Schu­sch­nig zeig­te sich mit den Ergeb­nis­sen des Gip­fels zufrie­den, immer­hin hand­le es sich bei der Ener­gie­fra­ge um ein zutiefst stand­ort- und wert­schöp­fungs­po­li­ti­sches The­ma. Auch im Tou­ris­mus betrach­tet Schu­sch­nig die Ent­wick­lung mit Sor­ge: „Bei den Seil­bah­nen liegt der Ener­gie­kos­ten­an­teil bei bis zu 40 Pro­zent, dazu kom­men stei­gen­de Per­so­nal- und Mate­ri­al­kos­ten. Aber es funk­tio­niert nicht, dann für die Lift­kar­te den zwei- oder drei­fa­chen Preis zu ver­lan­gen.“ Als Bei­spiel für alter­na­ti­ve Lösun­gen nann­te Schu­sch­nig sein Pro­jekt „H2Carinthia“ in Zusam­men­ar­beit mit Infi­ne­on Aus­tria, OMV, Post­bus und VERBUND, bei dem aus nach­hal­ti­ger Ener­gie durch Elek­tro­ly­se erzeug­ter, grü­ner Was­ser­stoff dop­pelt genutzt wird: zuerst in der indus­tri­el­len Mikro­chip-Pro­duk­ti­on bei Infi­ne­on in Vil­lach, anschlie­ßend für die Betan­kung von Bus­sen in der Regi­on. Schu­sch­nig: „Wir müs­sen noch mehr Inno­va­ti­on zulas­sen und mit den bestehen­den Ansät­zen in die Brei­te kom­men!“

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